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Frühlingswandern in der Alpokalja: 5 Touren, die du nicht teilen wirst

  • samusimonfoti
  • 12. Apr.
  • 4 Min. Lesezeit

Es gibt ein Zeitfenster von etwa zwei Wochen im April, in dem die Alpokalja-Hügel am schönsten sind. Die Buchenwälder haben gerade ausgetrieben, auf den Südhängen blühen Wildblumen, und die Wege sind trocken genug, um nicht im Matsch zu versinken. Mittags ist es warm genug für ein T-Shirt, aber noch kühl genug, damit der Anstieg Spaß macht.

Und das Beste: niemand ist hier. Das ist nicht die Wachau, wo du im Gänsemarsch an 30 anderen Wanderern in Funktionskleidung vorbeischiebst. Die Alpokalja ist ein Streifen Hügelland entlang der ungarisch-österreichischen Grenze, wo die Alpen in die Große Tiefebene übergehen. Kleine Dörfer, markierte Wege, bewaldete Höhenzüge und eine Stille, die man erst versteht, wenn man drinsteht.

Wenn du in Wien, Graz oder Bratislava wohnst, bist du in unter zwei Stunden da. Hier sind fünf Touren, die sich lohnen.


1. Kőszeg zum Írottkő-Gipfel (6 Stunden hin und zurück, anspruchsvoll)

Das ist die große Tour. Der Írottkő ist mit 884 Metern der höchste Punkt Transdanubiens. Der Weg vom Kőszeger Stadtzentrum führt etwa drei Stunden bergauf durch Tannenwälder, die mit zunehmender Höhe lichter werden. An einem klaren Frühlingsmorgen reicht der Blick vom Gipfel im Südosten bis zum Balaton und im Westen zu den Alpenvorbergen.

Der Weg ist markiert (blauer Streifen) und gut gepflegt, aber es ist eine richtige Wanderung. Nimm Wasser mit. Bis zum Gipfel gibt es keine Infrastruktur. Oben öffnet saisonal ein kleiner Imbissstand. Stellenweise ist der Pfad wurzelig, also sind ordentliche Schuhe Pflicht.

Ein Detail, das die Tour besonders macht: Der Gipfel liegt genau auf der österreichischen Grenze. Es gibt einen Grenzstein und Schilder in zwei Sprachen. Du kannst mit einem Fuß in jedem Land stehen. Nettes Foto, aber vor allem eine Erinnerung daran, wie nah diese beiden Welten beieinander liegen.

Wenn dir sechs Stunden zu viel sind: Du kannst bis Stájer-házak fahren und die Wanderung auf etwa 90 Minuten pro Richtung verkürzen.


2. Cák nach Velem über den Waldweg (2 Stunden, leicht)

Diese Tour würde ich empfehlen, wenn du eine gemütliche Wanderung mit einem echten Highlight am Ende suchst. Cák und Velem sind Nachbardörfer, getrennt durch etwa 4 Kilometer Mischwald. Der Weg folgt einem Höhenrücken über dem Talboden, meist im Schatten, mit gelegentlichen Lichtungen, von denen aus du die Kőszeger Berge vor dir siehst.

Velem allein ist den Weg wert. Ein Dorf mit vielleicht 300 Einwohnern, Steinhäusern, Gärten, die über die Zäune quellen, und keinem Zentrum, das den Namen verdient. Die Sankt-Vid-Kapelle steht auf einem Hügel über dem Dorf. Ein kleiner Wallfahrtsort (nichts Großes), aber der Blick vom Kapellengelände über das Tal ist einer dieser Momente, in denen man aufhört zu reden und einfach schaut.

Hin über den Waldweg, zurück über die Straße. Die ist flach und ruhig. Vielleicht drei Autos in einer Stunde.


3. Bozsok Rundweg (3 Stunden, mittel)

Bozsok ist ein Sackgassendorf. Die Straße führt hinein, und sie führt nirgendwo anders hin. Genau das ist der Reiz. Das Dorf liegt in einem engen Tal, auf drei Seiten von Wald umgeben. Es gibt einen markierten Rundweg, der durch den Wald bergauf führt, über einen Höhenrücken und auf der anderen Seite wieder hinunter.

Der Höhenunterschied beträgt etwa 300 Meter. Genug, um es zu spüren, aber nicht genug, um es schwer zu nennen. Der Wald hier ist hauptsächlich Buche und Eiche, und im Frühling ist der Unterwuchs voll mit Bärlauch. Du riechst ihn, bevor du ihn siehst.

In Bozsok gibt es auch eine kleine Thermalquelle. Nichts Kommerzielles, eher eine lokale Kuriosität. Das Wasser kommt warm aus dem Boden, was so weit vom Thermalband entfernt immer wieder überrascht.


4. Cák nach Kőszeg auf dem Kastanienweg (1,5 Stunden, leicht)

Durch Cák verläuft eine Reihe jahrhundertealter Kastanienbäume entlang der Hauptstraße. Im Frühling stehen sie in voller Blüte. Im Herbst fallen so viele Kastanien, dass du in zehn Minuten einen Korb voll hast. Beide Jahreszeiten sind schön, aber im Frühling ist es ruhiger.

Der Weg von Cák nach Kőszeg führt am Waldrand entlang, überwiegend flach, mit Blick über Agrarland auf die Berge. Du durchquerst kein anderes Dorf. Ein Abschnitt durch eine Kiefernplantage riecht bei warmem Wetter fantastisch.

In Kőszeg angekommen, stehst du direkt am Rand der Altstadt. Der Hauptplatz, die Burg und mehrere Restaurants sind in fünf Minuten erreichbar. Essen gehen, dann zurücklaufen oder den Bus nehmen (fährt ein paar Mal am Tag, Fahrplan an der Busstation Kőszeg prüfen).


5. Velem zur Szent-Vid-Kapelle und zurück (1 Stunde, leicht)

Wenn du nur eine Stunde hast und etwas Besonderes willst, dann diese Tour. Der Weg vom Dorf Velem zur Szent-Vid-Kapelle ist kurz, klar markiert und steigt sanft an, erst über offene Wiesen, dann am Waldrand entlang.

Die Kapelle selbst ist schlicht. Steinwände, ein kleiner Altar und eine stille Atmosphäre. Archäologie-Fans wissen vielleicht, dass dieser Hügel bronzezeitliche Bedeutung hat (Ausgrabungen förderten Siedlungsreste zutage, die Tausende von Jahren zurückreichen). Das muss man nicht wissen, um den Ort zu schätzen. Der Ausblick allein ist Grund genug, hinaufzugehen.

An einem Frühlingsabend legt sich goldenes Licht über das ganze Tal. Nimm eine Flasche Kékfrankos mit und setz dich auf die Bank vor der Kapelle. Besser wird's nicht.


Was du mitnehmen solltest

Halte es einfach. Wasser (mindestens 1,5 Liter für die längeren Touren), ordentliche Schuhe mit Knöchelstütze für den Írottkő, für den Rest reichen leichtere Schuhe. Eine Schicht für den Morgen, denn Frühlingsmorgen in den Hügeln sind kühl. Sonnencreme auf den offenen Abschnitten. Es gibt keine Läden auf den Wegen, keine Cafés, keine Automaten. Genau das ist der Punkt.

Der Mobilfunkempfang ist auf den Höhenrücken lückenhaft und in manchen Tälern gar nicht vorhanden. Lade dir deine Karten vorher offline herunter.


Wann hin?

Mitte April bis Mitte Juni ist die beste Zeit. Die Wildblumen haben ihren Höhepunkt Ende April. Im Mai schließt sich das Blätterdach und spendet Schatten für wärmere Tage. Der Juni ist noch gut, wird aber an Wochenenden voller (nach lokalen Maßstäben heißt das: du triffst vielleicht zehn andere Leute).

September und Oktober sind ebenfalls hervorragend. Andere Farben, kühlere Morgen, und die Weinlese bringt eine zusätzliche Dimension, wenn du Wandern mit Kellerbesuchen verbinden willst.

Im Sommer geht es auch, aber die Hitze kann auf Südhängen gnadenlos sein. Früh starten.


Wir betreiben ein kleines Gästehaus in Cák, mitten in der Alpokalja. Alle fünf Touren starten in maximal 15 Minuten von unserer Tür. Das Reset-Paket bietet 3 Nächte für €498, inklusive Thermengutschein für zwei Personen. Oder das Weekender-Paket mit 2 Nächten für €299, ebenfalls mit Thermengutschein. Beides gibt dir die Art von Stille, in der die Hügel sich anfühlen, als gehörten sie dir.

 
 
 

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